Zorn? Wut? Stolz? Scham?

Die unten verlinkte Sendung „Stolz und Zorn“ in der Essay-Reihe von SWR2 habe ich gleich zwei Mal hintereinander gehört, kann sie nur empfehlen – und das tatsächlich gerade Führungskräften. Vielleicht sind in diesem Essay über jene Emotionen, mit denen wir Macht, Geltung, Kränkung und Wehrhaftigkeit verhandeln, keine noch-nie-gemachten Erkenntnisse drin.

Aber er lenkt den Blick mit großer Präzision auf die unglaubliche Bedeutung, welche die Gruppe der Selbstachtungs-Gefühle für die Frage hat, ob und wie wir es schaffen, einigermaßen friedlich und tendenziell eher konstruktiv zusammen zu leben. Der Autor,  Friedrich Pohlmann, ist Soziologe und analysiert mit großer Klarheit die verschiedenen Funktionen und Ausdrucksformen der diversen „Thymos“-Emotionen des Menschen.

Über die ersten Minuten muss man drüberkommen (hörend, nicht überspringend!), über den leicht professoralen Ton, die kurze Diskussion von Fukuyamas „Ende der Geschichte“ und den Verweis auf uralte Philosophie. Aber dann ist Platos Emotions-Sichtung plötzlich hoch-aktuell und für das Verstehen der ganz alltäglichen Auseinandersetzungen, in denen wir uns ständig befinden, direkt nutzbar.

Fünf Sterne: http://bit.ly/2AfVFQd

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